Der Themenbereich Nachhaltigkeit und Gesundheit birgt viele Facetten, die bei einem ganzheitlichen Verständnis von Medizin ansetzen und über Umwelt- und Verbraucherschutz bis hin zu Menschenrechten reichen: Im Sinne der Nachhaltigkeit fördert die so genannte Ganzheitliche Medizin ein verstärktes Bewusstsein für den Zusammenhang von Mensch und Umwelt. Umweltfaktoren wie Luft- oder Lärmverschmutzung beispielsweise können die menschliche Gesundheit nachhaltig beeinflussen. Gleichzeitig wirkt sich menschliches Verhalten wiederum auf die Umwelt aus, wie im Umgang mit Arzneimitteln deutlich wird. Schon seit Längerem weisen Wissenschaft und diverse Umweltverbände darauf hin, dass Arzneimittelrückstände im Wasser die dortigen Lebensformen erheblich gefährden. Die richtige Entsorgung abgelaufener oder nicht mehr benötigter Medikamente ist also auch als Beitrag zum Umweltschutz zu verstehen.

Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen und –verhalten schließt aber auch Themen wie Verbraucherschutz und insbesondere Patientenrechte ein. Hier stellt unter anderem die zunehmende Kommerzialisierung des Gesundheitswesens ein Problem dar, dessen Wichtigkeit sich in den wiederkehrenden Diskussionen um ärztliche Zusatzleistungen (auch bekannt unter dem Kürzel „IGeL“) oder auch um die Praxisgebühr spiegelt.

Diese Probleme spielen auch auf globaler Ebene eine Rolle, wo Patienten- und Menschenrechte mitunter ineinander greifen: Nach wie vor ist eine angemessene Gesundheitsversorgung in vielen Teilen der Welt keine Selbstverständlichkeit. Gleichzeitig ist  das „Recht auf höchstmögliche körperliche und geistige Gesundheit“ laut UN-Sozialpakt ein Menschenrecht, weshalb auch hier Engagement im Sinne der Nachhaltigkeit gefordert ist. Dies schließt auch den kritischen Blick auf die Aktivitäten der Pharmaindustrie in vielen Ländern des Globalen Südens ein.

Das vorliegende Themenspecial möchte eben diesen Facettenreichtum abbilden – auch indem es Projekte aus NRW in den Fokus rückt, die sich auf unterschiedlichste Weise dem Zusammenhang von Nachhaltigkeit und Gesundheit widmen.

Linktipps:

Allgemein
Website der Weltgesundheitsorganisation (WHO):
http://www.euro.who.int/de/home

Website des Bundesgesundheitsministeriums:
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) leistet Arbeit in den Bereichen Gesundheitsaufklärung und -förderung:
http://www.bzga.de/

Das Gesunde Städte-Netzwerk der Bundesrepublik versteht sich als Teil der „Gesunde Städte“-Bewegung der WHO:
http://www.gesunde-staedte-netzwerk.de/

Informationsportal der Verbraucherzentrale NRW zum Thema „Gesundheit und Pflege“:
http://www.vz-nrw.de/Gesundheit-Pflege-1

E-Paper der Heinrich-Böll-Stiftung zum Thema „Wie geht es uns morgen? – Wege zu mehr Effizienz, Qualität und Humanität in einem solidarischen Gesundheitswesen“:
http://www.boell.de/wirtschaftsoziales/gesundheit/gesundheit-bericht-fachkommission-gesundheitspolitik-16635.html

 

Umweltschutz
Wikipedia-Artikel zum Thema „Grüne Chemie“:
http://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCne_Chemie

Aktionsprogramm Umwelt und Gesundheit (APUG) ist ein Kooperationsprojekt mehrerer Ministerien und Bundesoberbehören aus den Bereichen Umwelt-, Gesundheits- und Verbraucherschutz:
http://www.apug.de/index.htm

Website zur Förderinitiative „Nachhaltige Pharmazie“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU):
http://www.dbu.de/2031.html

Portal des Umweltbundesamtes zum Thema „Gesundheit und Umwelthygiene“:
http://www.umweltbundesamt.de/gesundheit/index.htm

Website des „Zentrums für angewandte Gesundheitswissenschaften“ an der Leuphana Universität, Bereich „Umwelt, Nachhaltigkeit und Gesundheit“:
http://www.leuphana.de/zentren/zag/organisation/umwelt-nachhaltigkeit-gesundheit.html

Website des „Ökologischen Ärtztebunds“:
http://www.oekologischer-aerztebund.de/

Website des „Deutschen Berufsverbands der Umweltmediziner e.V.“:
http://www.dbu-online.de/

Informationen des Bundesgesundheitsministeriums zur Entsorgung nicht mehr benötigter oder abgelaufener Arzneimittel:
http://www.bmg.bund.de/krankenversicherung/arzneimittelversorgung/entsorgung-von-arzneimitteln.html

Auch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) informiert über die umweltschonende Entsorgung von Medikamenten:
http://www.duh.de/altmedikamente.html

Broschüre des Instituts für Wirtschaft und Ökologie e.V. zum Thema „Arnzneimittelrückstände im Wasser“:
http://www.iwoe-dus.de/ab-2010.html

Broschüre des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft
und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, die über die richtige Entsorgung alter Arzneimittel informiert:
http://www.umwelt.nrw.de/umwelt/pdf/arzneimittelabfall.pdf

Das Umweltbundesamt präsentiert in dieser Broschüre einen Datenbankauszug aus der Umweltforschungsdatenbank UFORDAT zum Thema „Arzneimittelrückstände in der Umwelt“:
http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/4180.pdf

In einem„stern“- Artikel widmet sich Martina Janning der Umweltbelastung durch Medikamente im Wasser:
http://www.stern.de/gesundheit/gesundheitsnews/pharma-muell-wie-medikamente-die-umwelt-belasten-624166.html

Beitrag im Deutschlandfunk zum Thema Arzneimittelrückstände im Wasser:
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/umwelt/1131329/

Beitrag bei DRadio Wissen, der sich mit „Arzneimittelrückständen im Trinkwasser“ beschäftigt:
http://wissen.dradio.de/gesundheit-arzneimittelrueckstaende-im-trinkwasser.35.de.html?dram:article_id=11192

 

Patientenrechte und Verbraucherschutz
Das Bundesministerium für Gesundheit informiert zum Thema Patientenrechte:
http://www.bmg.bund.de/praevention/patientenrechte.html

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) untersucht als  unabhängiges wissenschaftliches Institut den Nutzen und den Schaden von medizinischen Maßnahmen für Patient/-innen:
https://www.iqwig.de/

Das Informationsportal Gesundheitsinformation.de wird vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ausgestattet und betrieben:
http://www.gesundheitsinformation.de/startseite.2.de.html

Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) berät laut eigenen Aussagen unabhängig und kostenfrei:
http://www.unabhaengige-patientenberatung.de/1831.html

Die Website „Gute Pillen – Schlechte Pillen“ will nach eigenen Aussagen verlässliche und industrieunabhängige Information zu Medikamenten liefern:
http://www.gutepillen-schlechtepillen.de/

Die Verbraucherzentrale NRW hat eine Broschüre mit dem Titel „Ihr gutes Recht als Patient“ herausgegeben:
http://www.ratgeber-verbraucherzentrale.de/ihr-gutes-recht-als-patient

Das Bundesministerium für Gesundheit hat einen Ratgeber zum Thema Patientenrechte zusammengestellt:
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/publikationen/einzelansicht.html?tx_rsmpublications_pi1[publication]=45&tx_rsmpublications_pi1[action]=show&tx_rsmpublications_pi1[controller]=Publication&cHash=6ce1938dd3d4b23c464206757209f81b

Ressortbericht des Bundesministeriums für Gesundheit zum Thema „Nachhaltige Entwicklung ins Gesundheit und Pflege“:
http://www.bundesregierung.de/Content/DE/_Anlagen/Nachhaltigkeit-wiederhergestellt/5-Berichte-Reden/2013-02-22-bmg-bericht-nachhaltigkeit-in-gesundheit-und-pflege.pdf?__blob=publicationFile&v=2

Artikel von Viviane Scherenberg zum Thema „Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen“:
http://www.scherenberg-online.de/mediapool/127/1277638/data/200_Scherenberg_Nachhaltigkeit_im_Gesundheitswesen.pdf

 

Menschenrechte
Als internationale Hilfs- und Menschenrechtsorganisation engagiert sich medico international vor allem im globalen Süden:
http://www.medico.de/

Bei Médecins Sans Frontières/Ärzte ohne Grenzen handelt es sich um eine private medizinische Nothilfeorganisation:
http://www.aerzte-ohne-grenzen.de/

Die BUKO Pharma-Kampagne wurde mit dem Ziel gegründet, die Aktivitäten der deutschen Pharmaindustrie in der Dritten Welt zu untersuchen:
http://www.bukopharma.de/

 

Sonstiges
Der European Antibiotic Awareness Day setzt sich als Projekt des European Centre for Disease Prevention and Control für einen bewussteren Umgang mit Antibiotika ein:
http://ecdc.europa.eu/en/eaad/Pages/Home.aspx

Artikel aus der GEO, der den Zusammenhang zwischen Heilpflanzenvermarktung und Artensterben beleuchtet:
http://www.geo.de/GEO/natur/oekologie/artenschutz-artensterben-fuer-die-medizin-69528.html

 

Projekte der Woche

action medeor – das Medikamentenhilfswerk
Nachhaltige Hilfe beginnt vor Ort. action medeor unterstützt deshalb den Aufbau von Gesundheitsstrukturen direkt in den betroffenen Regionen mit einheimischen Partnern. Medikamentenhilfe ist dabei ebenso Bestandteil der Arbeit wie Prävention und Aufklärung. Seit fast 50 Jahren verschickt medeor Medikamentenpakete in 140 Länder an kleine und große Gesundheitseinrichtungen, kirchliche und nicht-kirchliche Institutionen sowie nationale und internationale Hilfsorganisationen, im vergangenen Jahr waren es 10.785 Medikamentenpakete in 109 Länder. Schwerpunkt der geleisteten Hilfe waren Länder in Afrika wie Simbabwe, Benin und Niger.

Pillen-Checker.de – die Jugendwebsite rund um Arzneimittel und globale Gesundheit
Bezaubernde Models werben für Schlankheitspillen oder Anti-Pickel-Cremes, fitte SeniorInnen für Präparate gegen Gelenkschmerzen, Vorzeigemütter für Nahrungsergänzungsmittel. Doch hält die Pharma-Werbung, was sie verspricht? Die Website Pillen-Checker.de will junge Leute dazu anregen, sich kritisch mit Arzneimitteln und mit dem eigenen Konsumverhalten auseinander zu setzen. Zugleich zeigt die Website die andere Seite der Medaille: Sie thematisiert den mangelnden Zugang zu Medikamenten in armen Ländern, macht entwicklungspolitische Zusammenhänge und die eigene Teilhabe deutlich.

no PILLS in Dülmen und Gelsenkirchen
noPILLS ist ein europäisches Kooperationsprojekt mehrerer Länder. Ziel ist es, die Belastung von Gewässern durch Medikamentenrückstände zu reduzieren. Dies kann auch durch technische Maßnahmen stattfinden, vor allem aber dadurch, dass von vorneherein weniger pharmazeutische Rückstände ins Abwasser gelangen, durch geändertes Konsumentenverhalten, durch nachhaltige Entsorgung und z.B. begleitet durch technische Innovationen.

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