Wo kommen all die Blumen her…

„Ich habe viel über die Arbeitsbedingungen in anderen Ländern gelernt“, „Ich werde versuchen, das Thema, das Thema in meinem Lehrbetrieb mit einzubringen“, so und ähnlich lauteten die Kommentare der Floristik-Berufsschüler des Berufskollegs Humboldtstraße in Köln. Viele hörten zum ersten Mal, dass vor allem im Winter der Großteil der Blumen aus den Ländern des Südens kommt. Und noch wenigeren war klar, welche Arbeitsbedingungen dort herrschen und welche Alternativen es gibt. Dies nahm das Flower Label Programm, das das FLP-Siegel für die Einhaltung sozialer und ökologischer Kriterien verleiht, zum Anlass, den zukünftigen Floristen nachhaltige Alternativen in ihrer alltäglichen Arbeit aufzuzeigen.

 

 

Zunächst lernten die Schüler die Herkunftsländer der Blumen kennen, und suchten sie auf einer Weltkarte: Kolumbien, Ecuador, Kenia, Äthiopien, Israel, für viele der Schüler böhmische Dörfer. In Holland oder Deutschland als Steckling gezüchtet, in Ländern des Südens aufgezogen und geschnitten, ist eine Rose oftmals zweimal um die halbe Welt geflogen, bevor sie die Floristenschüler in der Hand halten.

Doch warum gibt es überhaupt so etwas wie Globalisierung in der Blumenproduktion? Haben die Länder auch Vorteile davon? Welche sozialen, ökologischen und gesundheitlichen Probleme resultieren daraus? Hierfür wurde ein Film gezeigt, der diese Aspekte an den Beispielen Ecuador und Kenia sehr lebendig darstellt. In drei Expertengruppen aufgeteilt, erarbeiteten die Schüler die Probleme in der Produktion. Dann durften sie ihre Fantasie schweifen lassen: Was kann man dagegen tun? Die Arbeiter sollen in Gewerkschaften eintreten dürfen, sie sollen genug verdienen, damit sie ihre Familien ernähren können, die Umwelt darf nicht verschmutzt werden, die Arbeiter sollen Schutzkleidung bekommen, wenn sie mit Pestiziden arbeiten, dies waren nur einige Aspekte, die die Schüler erarbeiteten.

Mit diesen neuen Erkenntnissen lernten die Schüler nun das Flower Label Program kennen. Das FLP-Siegel garantiert soziale und ökologische Standards in der Blumenproduktion und die giftigsten Pestizide dürfen nicht gesprüht werden. Auch für die deutschen Floristen bieten sich hier neue Möglichkeiten, sich im stark wachsenden Markt mit fair produzierten Produkten gegen den Konkurrenzdruck der Supermarktketten zu behaupten.

FLP e.V. bietet die Vorträge noch bis Ende des Jahres, sowohl an Berufsschulen, als auch an allgemein bildenden Schulen an. Damit das Thema auch zukünftig einen festen Platz im Unterricht bekommt, gibt es zusätzlich eine Berufsschulbroschüre mit Hintergrundinformationen und didaktischen Hinweisen für Lehrer.

Kontakt:
FLP Flower Label Program
Siegfriedstr. 1-3
50678 Köln
Tel: 0221-3406645
Fax: 0221-3406968

E-Mail: info@fairflowers.de
http://www.fairflowers.de

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