Jan 252012
 

Im Jahr 2007 verabschiedete die Bundesregierung die „Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS)”. In der Folgezeit hat das zuständige Bundesumweltministerium einige nationale und regionale Foren zur Information der Öffentlichkeit durchgeführt und bei angesprochenen Zielgruppen um Unterstützung bei der Umsetzung geworben.

Das Thema „Naturnahe Erholung und Tourismus” der NBS wurde bislang aber noch kaum berücksichtigt. Hier setzt das Projekt „Tourismus fördert biologische Vielfalt” an, das vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) aus Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gefördert wird. Der Ökologischer Tourismus in Europa (Ö.T.E.) e.V., die Umweltorganisation für einen nachhaltigen Tourismus, will damit beitragen, das Bewusstsein über die Zusammenhänge von biologischer Vielfalt und Tourismus gegenüber Akteuren aus der Tourismuswirtschaft und den Natur-, Umweltschutz- und Freizeitverbänden zu vertiefen und konkrete Beiträge für die Umsetzung der Strategie anzustoßen. Die Laufzeit

des Vorhabens beträgt 26 Monate (September 2010 bis November 2012).

I. Kooperation der Natur-, Umweltschutz- und Freizeitverbände

Über den bundesweiten Arbeitskreis „Nachhaltiger Tourismus” werden entsprechende Aktivitäten und die Entwicklung eigener Umsetzungsstrategien angeregt sowie die innerverbandliche Verbreitung des Themas „Tourismus und biologische Vielfalt” bis in die Untergliederungen der Verbände gefördert. Eine Bestandsaufnahme und Einordnung bereits laufender Aktivitäten in diesem Bereich, die Herausgabe einer Informationsbroschüre zu Tourismus und biologische Vielfalt mit guten Beispielen der Verbände, die Erarbeitung eines gemeinsamen Leitbildes und einer Verbände-Strategie sind Bausteine dieser Zusammenarbeit. Ebenso die Umsetzung von geeigneten Maßnahmen, bei denen beispielhaft innerverbandliche und auch außerverbandliche Aktivitäten der Verbände zum Thema Tourismus und biologische Vielfalt wirksam unterstützt werden sollen. Die Entwicklung eines Multiplikatorenmoduls „Biologische Vielfalt und Tourismus” wiederum soll den Aus- und Fortbildungen von Wanderleitern, Naturpark- und Landschaftsführern, Rangern sowie Leitern von Gästehäusern und Häuserreferenten eine qualifiziert Hilfe und Anleitung bieten.

II. Dialog und Kooperation Tourismuswirtschaft und Naturschutz

Der notwendige Dialog zwischen Akteuren des Tourismus und des Natur-, Umweltschutzes wird vertieft und weiter gefördert. Dabei sollen die gemeinsamen Interessen beider Gruppen beim Erhalt der biologischen Vielfalt hervorgehoben, dauerhafte Kooperationen initiiert und gemeinsam nach tragbaren Lösungen für verträgliche Nutzungen und Naturschutz gesucht werden. Für angepasste naturverträgliche Tourismusformen wird geworben und wo notwendig bestehende naturverträgliche Angebote optimiert und weiter entwickelt.

Durchgeführt werden fünf Fachworkshops zu Tourismus und biologische Vielfalt als Plattform für den Austausch. Sie dienen der Kommunikation und Beratung von Umsetzungsmaßnahmen, zur Knüpfung neuer Netzwerke sowie zur Gestaltung, Präsentation und Verbreitung von Umsetzungsbeispielen ökologisch verträglicher Angebote. Die Aufarbeitung von Erfolgsfaktoren und Hemmnissen in der Zusammenarbeit bzw. bei den Aktivitäten und Angeboten steht dabei immer im Vordergrund der Veranstaltungen. Begleitend dazu erfolgt die Herausgabe eines Handlungsleitfadens zur erfolgreichen Umsetzung der Anforderungen von Tourismus und biologischer Vielfalt. Der Leitfaden benennt Erfolgsfaktoren und Hemmnisse sowie notwendigen Schlussfolgerungen zur Optimierung von Kooperation, Projekten und Angeboten. Damit verbunden ist die Präsentation praktikabler und vorbildlicher Lösungen zu touristischer Nutzung, touristischen Angeboten und dem Erhalt der biologischen Vielfalt.

Aber auch neue Kooperationen und Netzwerke mit interessierten Verbänden und Partnern aus der Tourismusbranche sollen angestoßen werden. Zur Verstärkung und Verbreiterung der Basis wird ein erweiterter Dialog aus dem Verbände-Arbeitskreis heraus mit weiteren Verbänden und Institutionen geführt, die auf ihren Betätigungsfeldern einem naturverträglichen Tourismus nahestehen, um sie für neue Formen der Zusammenarbeit zu gewinnen.

Im Hinblick auf die diversen touristischen Label und Qualitätszeichen (von Verbänden oder Tourismuswirtschaft) im Spektrum naturnaher Tourismus werden zudem Vorschläge zur Optimierung sowie Empfehlungen zur Integration von Anforderungen der biologischen Vielfalt erarbeitet. Auch gemeinsam mit interessierten Tourismusakteuren sollen aus der Verbändearbeit heraus zur Umsetzung von Maßnahmen und zur Schaffung von verträglichen Strukturen und Angeboten neue Initiativen und Aktivitäten für einen naturverträglichen Tourismus besonders in Regionen angestoßen werden.

Kontakt:

Ökologischer Tourismus in Europa e.V.
Koblenzer Str. 65
53173 Bonn
T.: 0228 – 359 008
Fax: 0228 – 92399356
info@oete.de
http://www.oete.de

Rolf Spittler, Vorsitzender
Tel. 0521 – 61 370; rolf.spittler@aube-umweltakademie.de
Bernd Räth, Geschäftsführer
Tel.: 0228 – 359 008; b.raeth@oete.de

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